Epigenetik

Längst ist die “Epigenetik” und nicht mehr nur die “klassische Genetik” in aller Munde. Und als verantwortungsvoller Züchter sollte man nicht umhin kommen sich mit dieser zu beschäftigen. Epigenetik befasst sich mit Mechanismen auf zellularer Ebene der Chromosomen. Während sich die klassische Genetik mit den Veränderungen von Chomosomen, z.B. durch Mutation, beschäftigt, handelt die Epigenetik um Veränderungen in der Umgebung der Chromosomen. Diese epigenetische Modifikationen der Chromosomumgebung spielen eine wichtige Rolle in der Steuerung von Entwicklungsprozessen.

Vereinfacht lässt sich dieser Vorgang sehr gut mit dem “Lexikon-Beispiel” erklären: Wir blättern in unserem Lexikon, unserem Genmaterial,  und arbeiten auch mit diesem; hin und wieder werden wir Randbemerkungen hineinschreiben, Dinge unterstreichen oder markieren. Wir verwenden Marker und Post-It´s und so weiter. Unsere Nachkommen bekommen nun die kopierte Version dieses Lexikons und können die kopierten Anmerkungen und Notizen ebenfalls verwenden. Erfahrungen, welche hier in der Hundezucht, das Muttertier gemacht hat, werden also durch kleine chemische Veränderungen in der Umgebung der DNA auf den Welpen übertragen; um bei unserem Beispiel zu bleiben: mitkopiert.

“So können zum Beispiel Umwelteinflüsse, soziale Gegebenheiten, aber auch Ernährung, Stressfaktoren und vieles andere während der Trächtigkeit und der frühen Jungtierentwicklung dauerhaft programmierend für den Rest des Lebens dieses Tieres sein.” Seite 24 aus Beziehung – Erziehung – Bindung, U. Gansloßer, K. Kitchenham, Stuttgart 2015

Was heißt dies für unsere Zucht? Ganz praktisch bedeutet es, dass wir unsere Zuchthündin während der gesamten Trächtigkeit, also bereits nach der Belegung durch den Rüden, von für sie stressigen Situationen fernhalten. Auch die ersten beiden Wochen nach dem Wurftermin gehören nur unserer Familie (Gretas Rudel).

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